Der Himmel küsst die Erde

Im Gespräch mit Maria von Nazareth

von Karl-Heinz Fleckenstein



Cover: Der Himmel küsst die Erde

Maria, die junge Frau aus Nazareth, wird zum Liebling Gottes. Der Himmel küsst die Erde. Sie darf den Sohn des Allerhöchsten zur Welt bringen. Ein uralter Traum der Menschheit wird Wirklichkeit. Maria sagt Ja zu dieser unglaublichen Verheißung. Allerdings ist sie auf ihrem weiteren Lebensweg nicht gerade auf Rosen gebettet. Maria hat trotz vieler dunkler Stunden ihre ganze Existenz Gott überlassen. Aber nicht einfach passiv. Als eigenständige Person stellt sie Fragen. Sie versteht die Nöte der Menschheit. Das Buch lädt die Leserin, den Leser, dazu ein, im Dialog mit Maria den Eigenen Lebensweg zu finden.



Karl-Heinz Fleckenstein, geboren in Krombach bei Aschaffenburg, studierte katholische Theologie in Würzburg und München und arbeitete als Chefredakteur der deutschsprachigen Monatszeitschrift NEUE STADT.

Foto: Karl-Heinz Fleckenstein

Im Jahr 1981 übersiedelte er nach Jerusalem. Er ist mit Louisa Fleckenstein, geb. Hazboun, verheiratet. Sie haben drei Kinder.

Fleckenstein absolvierte eine Fachausbildung am Institut STUDIUM BIBLICUM FRANCISCANUM in Jerusalem in "Biblische Theologie und Christliche Archäologie" mit dem Erwerb des Masters.

Nach seiner Dissertation in Biblischer Theologie an der Lateran-Universität in Rom arbeitet er aktuell als freier Schriftsteller, Journalist und zusammen mit seiner Frau Louisa als Reiseleiter für Pilgergruppen im Heiligen Land.

Von 2001 bis 2005 war er ebenfalls mit Louisa als Gesamtkoordinator und Ausgräber für das archäologische Ausgrabungsprojekt "Emmaus-Nicopolis" tätig.


Buchrezension von Helmut Hubeny


Die Zeitschrift VISION 2000/2 veröffentlichte folgende Rezension


Karl-Heinz Fleckenstein, unserem bekannten „Korrespondenten in Jerusalem“, ist es gelungen, seine erfolgreiche Interviewserie mit dem Himmel fortzusetzen. Er begann diese eindrucksvolle Staffel mit der Friedensbotschafterin Mirjam Baouardy (Vision 6/2009), setzte sie mit Simon Petrus (6/2011) sowie Mère Saint Joseph (6/2012) fort und brachte zuletzt unseren Herrn und Bruder Jeschua selbst (3/2015) und durch ihn den Vater (5/2016) vor das Mikrophon seines Herzens.
Heute stellt uns der kompetente Erzähler aus dem Orient Maria, die Mutter Jesu, im Gespräch vor. Maria antwortet geduldig, verständnisvoll und geht ganz auf die heutige Ausdrucksweise des Fragenden ein. Sie erzählt von ihrer Erwählung, von der Geburt ihres Sohnes in Bethlehem, vom Familienleben in Nazareth, von ihren schrecklichen Stunden unter dem Kreuz und wie sie danach zur „Mutter aller Völker“ wurde.
In bewährter Manier blendet der Autor nach jedem Kapitel ein Zeugnis aus der Gegenwart ein. Er schildert darin Wege eines Super-Models zur Nonne, einer Astrophysikerin zur Glaubensverkünderin. Er berichtet von Flüchtlingen, die Heimat und von Pensionisten, die Sinn finden; von der Umkehr Verlorener zu Geretteten; Entwurzelter zu Geborgenen, Hassender zu Verzeihenden.
In Maria, der jungen Frau aus Nazareth, küsst der Himmel die Erde. Maria wird in der Blüte ihres Lebens von Gott erwählt. Sie darf den Sohn Gottes zur Welt bringen. An ihr wird deutlich, was Gott mit uns vorhat. Karl-Heinz Fleckenstein lädt ein, zusammen mit ihm und im Dialog mit Maria den eigenen Lebensweg zu finden.



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Zur Webseite von Karl-Heinz Fleckenstein: kh-fleckenstein.com



Paperback, 147 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen
ISBN: 978-3-9817395-8-9

€ 19,80 | LESEPROBE


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Rezension von Ralf Gringmuth


In den Schoß gefallen

Möglicherweise bin ich meinen Lesern in der folgenden Rezension vielleicht etwas zu hymnisch. Wie aber soll man ein Buch besprechen, das so nahe an die letzten Dinge rührt? Daher bekennt sich der Rezensent zu seinen Gefühlen, zwingt sich nicht zu einem Pseudo-Objektivismus. Denn der wäre Karl-Heinz Fleckensteins Gesprächen mit Maria von Nazareth ganz und gar nicht angemessen.

„Der Himmel küsst die Erde“ hat der Verfasser sein Werk genannt, und damit schon den Grundton seines Schreibens angeschlagen. Denn er, Herr Fleckenstein aus Israel, befragt in seinen fiktiven Interviews biblische Gestalten. Diesmal Maria, die Mutter Jesu.

Ich sagte, die Gespräche wären fiktiv. Es ist aber viel mehr.

Fleckensteins kraftvolle Sprache zeugt von einer Direktheit der Annäherung an Maria, dass es schwerfällt, hier noch von Dichtung, von einem gestalteten Werk zu sprechen. Für mich sind Fleckensteins Worte so etwas wie niedergeschriebene Gebete, auf notierte Meditationen. Natürlich war ich bei ihrer Entstehung nicht dabei, konnte dem Verfasser nicht über die Schulter sehen. Fleckenstein gelingt es, ganz im Hier und Jetzt zu sein, davon zeugen die eingeschalteten Reportagen aus Krisengebieten, und zugleich schafft er durch seine Worte, durch die Gespräche mit Maria eine Verbindung zwischen irdischem Pragmatismus und himmlischer Stimme.

Im Kapitel ‚Eine Mutter hält ihren Sohn höher als sich selbst‘, kommt der Verfasser zu einer wichtigen Erkenntnis. Karl-Heinz Fleckenstein fragt die Mutter Jesu, „ist dir als Maria alles in den Schoß gefallen? War es für dich leicht, in deinem Leben Gottes Willen zu erfüllen?“

Marias Antwort zeugt von ihrer Menschlichkeit. Ich möchte ein wenig bei dieser Frage verweilen, denn sie zeigt die subtile Technik des Verfassers, wichtige Dinge zu benennen. Spätestens in seinem Nachsatz zu der Frage, „ist dir alles in den Schoß gefallen?“ verstehen wir, dass Karl-Heinz Fleckenstein mit der Doppeldeutigkeit dieser Assoziation spielt.

Denn in den Schoß fallen heißt heutzutage ja nicht mehr, vom Heiligen Geist beglückt werden, also die wortwörtliche Interpretation dieser Worte, sondern etwas unverdient geschenkt zu erhalten… wenn man so will, ist die moderne Auslegung die Metaphern-Ebene des Vorganges. Während bei Maria durchaus etwas in ihren Schoß fiel. Nämlich der Same des Allmächtigen. Dies schlicht und einfach auszusprechen, klingt banal. Aber da es solch eine ungeheure Tat eines liebenden Gottes ist, über Maria zu kommen, ohne dass diese jemals einen Mann erkannt hatte, zeigt zugleich Gottes Liebe zu den Menschen.

Denn in Jesus zeigt Gott ja den neuen Adam auf, den neuen Menschen, den jenseits des Paradieses, der aber gleichwohl erkennt, was gut und was böse ist. Jesus selbst beruft sich oft genug auf das Alte Testament, auf das Heilige Buch der Juden, denn er ist sich bewusst: er steht in einer großen Tradition. Und Jesus will ja die Einheit, nicht die Spaltung. Er will versöhnen, nicht trennen. Dass ihm das nicht gelingt, ist vielleicht die große Tragik seines Lebens. Aber ohne sein Mißlingen und seine Kreuzigung gäbe es heute wahrscheinlich kein Christentum in der uns bekannten Form. Man muss also sehr weit greifen, um Karl-Heinz Fleckensteins Dialoge mit Maria in einen Rahmen einordnen zu können. Man kann sie aber, und das ist das Schöne daran, als kleine geschliffene Meisterwerke der Dialogkunst lesen. Denn Fleckenstein schreibt nicht einfach biblische Geschichten für uns Leser auf. Seine Worte sind beseelt. Ich wünsche mir mehr von solchen Erzählern. Sie können uns nur guttun, in einer rohen, materialistischen Welt. In Fleckensteins Worten kommen Gedanken zum Vorschein, die an den großen Frére Roger erinnern. Schön, dass es jemanden gibt, der wie der Gründer von Taizé schreiben kann. Schön, dass es Karl-Heinz Fleckenstein gibt.


Ralf Gringmuth